Osaka

Vom 22. bis 24. September war ich in einem Hostel in Osaka. Osaka ist nur wenige Minuten mit Zug von Kyoto entfernt. Die Stadt selbst – das sagen zumindest viele – sei nicht gerade ein Schönheit. Im WWII wurde wohl so ziemlich jedes Haus getroffen. Aber obwohl Millionenstadt und Konkurrent zu Tokio in Sachen Größe, soll die Atmosphäre ganz anders sein. Ich kann das nach den wenigen Tagen nicht beurteilen. Spontan würde ich zu Osaka tendieren, wenn ich mich entscheiden müsste. Das Hostel (ARK Hostel) war zumindest das beste bis dahin: Mini-Frühstück inklusive, schöne Dachterrasse und die sehr breiten Stock-Betten jeweils mit dicken Vorhängen (ein bisschen Privatspäre 🙂 ).

Verschiedene Dinge gemacht:
– Osaka Aquarium besucht, da Regen am ersten Nachmittag: Wohl eines der größten Becken der Welt, mit zwei Walhaien und anderem Getier. Erst einigermaßen beeindruckend, dann eher traurig. So groß kann kein Becken sein, das diese Tiere sich auch nur annähernd wohl fühlen.
– Osaka Variante des Okonomiyaki probiert in einem kleinen In-Lokal. Zum Glück standen vor mir in der Schlange zwei Chinesen, die den Japaner noch schlechter verstanden haben als ich ich und so musste ich nicht 1 Stunde warten, wie erst prophezeit sondern nur ca. 15 Minuten.
Ich saß direkt vorm Koch und der hat mit mir sogar ein paar Brocken deutsch gesprochen. Wieder lecker und ein Erlebnis. Ich hatte das Gefühl, dass das schon ein Geheimtipp war. Koch und Lokal TOP – die Hiroshma-Variante fand ich allerdings noch besser/leckerer.
– Fahrrad ausgeliehen vom Hostel für 24 Stunden 500 Yen und das erste mal an einem Sonntag die Postfiliale gesucht – Ich hatte gelesen, dass sie geöffnet haben sollte, jedoch schwer zu finden sei. Ich hab die Hinweise in den Google Maps Kommentaren gut studiert und im Keller eines Hochhauses war dann tatsächlich eine große Postfiliale geöffnet mit mehreren Schaltern. Ich brauchte nur Briefmarken nach Deutschland und das klappte wunderbar. Es übrigens deutlich schwerer Postkarten in Japan zu bekommen, als dann Briefmarken… Oft bekommt man nur einen Zehnerpack und auch noch recht teuer. Mit dem Rad danach zum Osaka Castel gefahren. Das ist zwar im Laufe der Geschichte mehrmals abgebrannt und wieder etwas anders aufgebaut worden, aber trotzdem sehr schönes Gebäude und tolles großes Gelände drum herum. Dort habe ich Takiyaki probiert: Eher Fastfood – Sehr heiß gebackener Teigkugel, innen noch leicht flüssig und mit Tintenfisch oder Krabben oder … gefüllt. Nicht so mein Ding. Vor allem verbrennt man sich unweigerlich den Mund, da das Innendrin sehr lange sehr heiß bleibt.
Am letzten Abend bin ich mit Andreas, einem Australier (Melbourne) aus dem Hostel nach Dontonbori gefahren. Das ist so eins der großen berühmten Vergnügungsviertel in Osaka. Wir haben ein kleines feines Restaurant ohne Touristen gefunden und haben verschiedene leckere Sachen getestet (Thunfisch, warmen Sake, verschiedene Gemüse). Der Koch (gleichzeitig Bedienung) war lustig und wir haben viel gequatscht.
– Nara: Tagesausflug nach Nara mit zwei Hostelbewohnern zusammen (wieder Japan Rail Pass und Zug genutzt). Nara war ganz früher mal kurz die Hauptstadt Japans. Besonders bekannt wegen des Todai-Ji Tempels mit einer der größten Buddha Statuen der Welt. Gleichzeit ist das Gebäude auch eines (oder sogar das größte?) der größten komplett aus Holz gebauten der Welt. Schon beeindruckend. In dem großen Park, der angrenzt laufen etwa 1300 Rehe herum und wollen gefüttert werden. Ich glaube am Anfang war das ein religöser Grund, dass die Tiere dort waren. Mittlerweile wohl eher eine touristischer Grund…

Shirahama

Von Kyoto ging es am 19. September mit der Bahn über Osaka zu einem kleinen Küstenort Namens Shirahama.

Meine Idee war am Anfang einen Ort zu finden, an dem man vielleicht noch Wellenreiten könnte. Allerdings war das Wetter einfach nicht so danach.
Zusätzlich heißt Shirahama soviel wie „weißer Strand“ und den Namen gibt es mehrmals in Japan. Den Ort, den ich eigentlich als Surf-Ort gefunden hatte,
habe ich also glorreich um ca. 150 km verpasst. Naja, wie gesagt: auch in dem anderen Ort hätte man aufgrund nicht vorhandener Wellen kaum surfen können und dieser
hatte auch wirklich einen schönen weißen Strand…

Ich habe die Zeit damit verbracht, lange zu schlafen, faul am Strand zu liegen, mir die wenigen Sehenswürdigkeiten anzusehen und verschiedene heiße Quellen auszuprobieren.
Es gab entlang des Strandes verteilt mehrere öffentliche, kostenlose warme Fußbäder mit warmem Wasser direkt aus der Erde. Teilweise roch es auch etwas „mineralisch“ (vielleicht Schwefel? bin nicht sicher).
Ein Highlight war das Open Air Onsen – ein Felsbecken in dem das heiße Wasser aufgefangen wurde. Männer und Frauen durch einen hohen Holzzaun getrennt, konnte man dort vor sich hin köcheln und aufs Meer schauen. Das war klasse!
Ab und zu kam tatsächlich der Koch äh, Bademeister vorbei und hat umgerührt! Kein Spaß! Das ist Natur und manchmal kühlt die Luft das Wasser nicht genügend ab. Man sollte auch nicht im Wasser einschlafen, so ca. 40-45 Grad ist die Temperatur. Man durfte absolut keine Fotos machen, der Koch hat auch aufgepasst 🙁 Deshalb habe ich zur Erinnerung die Info-Seite geknipst (Mit den drei Japanern).
Die Unterkunft hieß hier „Buddha Guesthouse“ und war dementsprechend entspannt. Drei Nächte hatte ich ein Vierer-Zimmer für mich alleine inklusive kleinem Balkon mit Blick aufs Meer.

Fun Facts Japan

Da ich weiterhin nicht so richtig dazu komme (Achtung Neu: Es gibt auch Bilder im Kyoto Beitrag!), hier etwas sinnvolles und/oder zeitlich passendes zu schreiben (mittlerweile habe ich Kuala Lumpur schon hinter mir und befinde mich im schönen Auckland!), hier mal für zwischendurch ein paar unsortierte Gedanken und Kommentare von mir zu Japan. Hab ich irgendwann zwischen Kyoto und Osaka geschrieben – passt also zeitlich vielleicht sogar fast in den Verlauf dieses Blogs. Vielleicht ergänze ich auch noch – Nein ich glaube doch nicht 🙂

* Mehrwertsteuer wird erst beim bezahlen aufaddiert. Das ist immer wieder verwirrend und ich vergesse es auch andauernd, vor allem wenn ich mich freue, mal Kleingeld passend zu haben…

* Manchmal rennen Japaner einfach los. Sie rennen los. Ich habe es mehrmals live erlebt – es war weder Godzilla zu sehen, noch war ein Erdbeben zu spüren. Auch an mir kann es nicht gelegen haben, es wurde nicht nur von mir weg gerannt… – ich glaube Japaner rennen gerne mal. Frauen wie Männer übrigens.

* Shrines und Temples nerven langsam. Sie sind fast an jeder Ecke.
Das ist so ähnlich, wie auf der Afrika- Safari, wenn man das erste Gnu sieht ( „Ah, guck mal ein Gnu! Cooool“), und irgendwann kommt das hundertste oder tausendste, und die Viecher sehen gar nicht so schön aus und stehen nur rum. Hässliche dünne Kühe im Prinzip. -> OK, dieser Abschnitt gehört eigentlich in meinen nie geschriebenen Namibia-Blog…

* Toiletten: Menschen mit schwacher Blase können in Japan aufatmen. Es gibt öffentliche Toiletten in rauhen Mengen. Und noch nie habe ich Toiletten gesehen, in denen man bezahlen hätte müssen! Und immer sauber! Lob, Japan!

* Abfalleimer: Wahrscheinlich wurde zu viel Geld für Toiletten ausgegeben: es gibt keine Abfalleimer im öffentlichen Raum… Wenn doch mal, dann garantiert nur für PET-Flaschen (neben den vielen Getränke-Automaten gerne mal). Trotzdem ist es überall sehr sauber. Bin noch sicher wie und wieso das funktioniert.