Nikko und Sayōnara Japan!

25.09. – 26.09:
Am letzten Gültigkeitstag meines Japan Rail Passes habe ich den Pass noch einmal richtig genutzt. Zumindest war es die teuerste Fahrt (wenn ich die Tickets einzeln bezahlt hätte) von Osaka nach Kinugawa-Onsen, nördlich von Nikko. Von Nikko aus, das letzte Stück fährt nur noch eine Privatbahn, die ich extra zahlen musste (nur ein paar Euro).

Der Japan Rail Pass hat mich 346€ für 14 Tage gekostet. Ich habe meine Fahrten mal zusammen gerechnet: Ich komme auf eine Summe von 475€. Hat sich also gelohnt. Man hätte auch noch deutlich mehr fahren können, Zeit hätte ich ja ein wenig gehabt. Wenn man ein bisschen guckt, kann man auch prima in den Städten damit verschiedene Strecken fahren und hab ich bestimmt auch noch ein paar € gespart. Außerdem wird man immer nett durchgewunken an den Drehkreuzen und kontrolliert wurde ich nur einmal und da war es die Platzreservierung, die den Schaffner interessiert hatte.

In Kinugawa-Onsen habe ich mir für zwei Nächte ein Ryokan gegönnt (inkl Halbpension ~100€ pro Nacht). Das ist also ein traditionelles japanisches Gasthaus mit Bambusmatten im Zimmer, man sitzt mehr oder weniger auf dem Boden, hängt rum im Kimono, bekommt traditionelles Frühstück und Abendessen und kann das heiße Bad des Hauses nutzen.
-> Das hat mir sehr gut gefallen! 🙂
Vor allem das Essen war klasse. Zum Frühstück gibt es Reis, Suppe und verschiedenes herzhaftes – das ist etwas ungewohnt, schmeckt aber (fast) alles. Abends meist Fisch, Fleisch, verschiedenste Gemüsen und auch wieder Reis und Suppe. Ich habe Bilder gemacht, vielleicht kann man die Leckerlichkeit dort erahnen… Die Benutzung des Onsen war auch super – ich hatte den Bereich jedes mal komplett für mich. Ebenfalls super nett: Die Gastgeber. Englisch und Deutsch war schwierig, aber dafür total freundlich und hilfsbereit (Fahrt zum Bahnhof mit dem Auto usw.).

Achja: Die Tochter, die ich nur kurz kennen gelernt hatte konnte etwas Deutsch und hat das eine Menü übersetzt. Highlights: „Pferd Stachel“, „Süßer Essig ausfelsigem Fisch“ und „Gekochte Sesamweide“ Mhm, lecker! Außerdem eine Spezialität dort: Yuba – Tofuhaut – Hört sich komisch an, war aber sehr lecker.

Achja, Teil II:
Am 26. habe ich einen Tagesausflug nach Nikko gemacht. Hat sich ebenfalls gelohnt! Hab alles richtig gemacht. 🙂 Hier gibt es Denkmäler, Schreine, Tempel und Mausoleum zu Ehren wichtiger Shogune aus der Edo-Zeit (die Zeit, in der Japan von mehr oder weniger Samurai regiert wurde). Shogune waren die Fürsten oder militärische Anführer. Und für Tokugewu und Iemitsu hat man es richtig krachen lassen und auch einen buddhistischen Tempel mit integriert. Viel mit Gold verziert und tausende Skulpturen. Ein Tor (nur das Tor!) wird Higurashi-no-mon genannt: in etwa „es wird einem nicht langweilig, auch wenn man es den ganzen Tag betrachtet“.

Außerdem kommen hier die berühmten drei Affen her: „Nichts sehen, Nichts hören, Nichts sagen“. Die sind eingeschnitzt in einen Pferdestall sollen eigentlich mit vielen anderen Abbildungen die Moral, die man als Mensch im Leben verfolgen soll, verdeutlichen.

Am 27. September bin ich dann mit der Regionalbahn (ich hatte Zeit genug und ja auch keinen Rail Pass mehr) zurück zu Björn nach Kawagoe gefahren. Ein schöner letzter Abend in Japan bei Björns Familie (Er und seine zweitälteste Tochter Akemi hatten Geburtstag)! Am 28. ging es dann früh um 6:30 Uhr direkt von Kawagoe mit dem Shuttle Bus zum Flughafen Narita und Richtung Malaysia. Zum Abschied mal wieder Regen…

Kleines Fazit: Unbedingt nach Japan wenn es Budget und Zeit erlauben! Wenn man vorher wenigstens ein paar Brocken Japanisch übt oder nicht allein reist, kann man durchaus versuchen abseits der Touristenrouten seinen Weg zu finden. Hiroshima, Kyoto, Nikko und Osaka waren meine Höhepunkte neben der netten Gastfamilie in Kawagoe. Ich könnte durchaus nochmal nach Japan!

Osaka

Vom 22. bis 24. September war ich in einem Hostel in Osaka. Osaka ist nur wenige Minuten mit Zug von Kyoto entfernt. Die Stadt selbst – das sagen zumindest viele – sei nicht gerade ein Schönheit. Im WWII wurde wohl so ziemlich jedes Haus getroffen. Aber obwohl Millionenstadt und Konkurrent zu Tokio in Sachen Größe, soll die Atmosphäre ganz anders sein. Ich kann das nach den wenigen Tagen nicht beurteilen. Spontan würde ich zu Osaka tendieren, wenn ich mich entscheiden müsste. Das Hostel (ARK Hostel) war zumindest das beste bis dahin: Mini-Frühstück inklusive, schöne Dachterrasse und die sehr breiten Stock-Betten jeweils mit dicken Vorhängen (ein bisschen Privatspäre 🙂 ).

Verschiedene Dinge gemacht:
– Osaka Aquarium besucht, da Regen am ersten Nachmittag: Wohl eines der größten Becken der Welt, mit zwei Walhaien und anderem Getier. Erst einigermaßen beeindruckend, dann eher traurig. So groß kann kein Becken sein, das diese Tiere sich auch nur annähernd wohl fühlen.
– Osaka Variante des Okonomiyaki probiert in einem kleinen In-Lokal. Zum Glück standen vor mir in der Schlange zwei Chinesen, die den Japaner noch schlechter verstanden haben als ich ich und so musste ich nicht 1 Stunde warten, wie erst prophezeit sondern nur ca. 15 Minuten.
Ich saß direkt vorm Koch und der hat mit mir sogar ein paar Brocken deutsch gesprochen. Wieder lecker und ein Erlebnis. Ich hatte das Gefühl, dass das schon ein Geheimtipp war. Koch und Lokal TOP – die Hiroshma-Variante fand ich allerdings noch besser/leckerer.
– Fahrrad ausgeliehen vom Hostel für 24 Stunden 500 Yen und das erste mal an einem Sonntag die Postfiliale gesucht – Ich hatte gelesen, dass sie geöffnet haben sollte, jedoch schwer zu finden sei. Ich hab die Hinweise in den Google Maps Kommentaren gut studiert und im Keller eines Hochhauses war dann tatsächlich eine große Postfiliale geöffnet mit mehreren Schaltern. Ich brauchte nur Briefmarken nach Deutschland und das klappte wunderbar. Es übrigens deutlich schwerer Postkarten in Japan zu bekommen, als dann Briefmarken… Oft bekommt man nur einen Zehnerpack und auch noch recht teuer. Mit dem Rad danach zum Osaka Castel gefahren. Das ist zwar im Laufe der Geschichte mehrmals abgebrannt und wieder etwas anders aufgebaut worden, aber trotzdem sehr schönes Gebäude und tolles großes Gelände drum herum. Dort habe ich Takiyaki probiert: Eher Fastfood – Sehr heiß gebackener Teigkugel, innen noch leicht flüssig und mit Tintenfisch oder Krabben oder … gefüllt. Nicht so mein Ding. Vor allem verbrennt man sich unweigerlich den Mund, da das Innendrin sehr lange sehr heiß bleibt.
Am letzten Abend bin ich mit Andreas, einem Australier (Melbourne) aus dem Hostel nach Dontonbori gefahren. Das ist so eins der großen berühmten Vergnügungsviertel in Osaka. Wir haben ein kleines feines Restaurant ohne Touristen gefunden und haben verschiedene leckere Sachen getestet (Thunfisch, warmen Sake, verschiedene Gemüse). Der Koch (gleichzeitig Bedienung) war lustig und wir haben viel gequatscht.
– Nara: Tagesausflug nach Nara mit zwei Hostelbewohnern zusammen (wieder Japan Rail Pass und Zug genutzt). Nara war ganz früher mal kurz die Hauptstadt Japans. Besonders bekannt wegen des Todai-Ji Tempels mit einer der größten Buddha Statuen der Welt. Gleichzeit ist das Gebäude auch eines (oder sogar das größte?) der größten komplett aus Holz gebauten der Welt. Schon beeindruckend. In dem großen Park, der angrenzt laufen etwa 1300 Rehe herum und wollen gefüttert werden. Ich glaube am Anfang war das ein religöser Grund, dass die Tiere dort waren. Mittlerweile wohl eher eine touristischer Grund…

Shirahama

Von Kyoto ging es am 19. September mit der Bahn über Osaka zu einem kleinen Küstenort Namens Shirahama.

Meine Idee war am Anfang einen Ort zu finden, an dem man vielleicht noch Wellenreiten könnte. Allerdings war das Wetter einfach nicht so danach.
Zusätzlich heißt Shirahama soviel wie „weißer Strand“ und den Namen gibt es mehrmals in Japan. Den Ort, den ich eigentlich als Surf-Ort gefunden hatte,
habe ich also glorreich um ca. 150 km verpasst. Naja, wie gesagt: auch in dem anderen Ort hätte man aufgrund nicht vorhandener Wellen kaum surfen können und dieser
hatte auch wirklich einen schönen weißen Strand…

Ich habe die Zeit damit verbracht, lange zu schlafen, faul am Strand zu liegen, mir die wenigen Sehenswürdigkeiten anzusehen und verschiedene heiße Quellen auszuprobieren.
Es gab entlang des Strandes verteilt mehrere öffentliche, kostenlose warme Fußbäder mit warmem Wasser direkt aus der Erde. Teilweise roch es auch etwas „mineralisch“ (vielleicht Schwefel? bin nicht sicher).
Ein Highlight war das Open Air Onsen – ein Felsbecken in dem das heiße Wasser aufgefangen wurde. Männer und Frauen durch einen hohen Holzzaun getrennt, konnte man dort vor sich hin köcheln und aufs Meer schauen. Das war klasse!
Ab und zu kam tatsächlich der Koch äh, Bademeister vorbei und hat umgerührt! Kein Spaß! Das ist Natur und manchmal kühlt die Luft das Wasser nicht genügend ab. Man sollte auch nicht im Wasser einschlafen, so ca. 40-45 Grad ist die Temperatur. Man durfte absolut keine Fotos machen, der Koch hat auch aufgepasst 🙁 Deshalb habe ich zur Erinnerung die Info-Seite geknipst (Mit den drei Japanern).
Die Unterkunft hieß hier „Buddha Guesthouse“ und war dementsprechend entspannt. Drei Nächte hatte ich ein Vierer-Zimmer für mich alleine inklusive kleinem Balkon mit Blick aufs Meer.

Fun Facts Japan

Da ich weiterhin nicht so richtig dazu komme (Achtung Neu: Es gibt auch Bilder im Kyoto Beitrag!), hier etwas sinnvolles und/oder zeitlich passendes zu schreiben (mittlerweile habe ich Kuala Lumpur schon hinter mir und befinde mich im schönen Auckland!), hier mal für zwischendurch ein paar unsortierte Gedanken und Kommentare von mir zu Japan. Hab ich irgendwann zwischen Kyoto und Osaka geschrieben – passt also zeitlich vielleicht sogar fast in den Verlauf dieses Blogs. Vielleicht ergänze ich auch noch – Nein ich glaube doch nicht 🙂

* Mehrwertsteuer wird erst beim bezahlen aufaddiert. Das ist immer wieder verwirrend und ich vergesse es auch andauernd, vor allem wenn ich mich freue, mal Kleingeld passend zu haben…

* Manchmal rennen Japaner einfach los. Sie rennen los. Ich habe es mehrmals live erlebt – es war weder Godzilla zu sehen, noch war ein Erdbeben zu spüren. Auch an mir kann es nicht gelegen haben, es wurde nicht nur von mir weg gerannt… – ich glaube Japaner rennen gerne mal. Frauen wie Männer übrigens.

* Shrines und Temples nerven langsam. Sie sind fast an jeder Ecke.
Das ist so ähnlich, wie auf der Afrika- Safari, wenn man das erste Gnu sieht ( „Ah, guck mal ein Gnu! Cooool“), und irgendwann kommt das hundertste oder tausendste, und die Viecher sehen gar nicht so schön aus und stehen nur rum. Hässliche dünne Kühe im Prinzip. -> OK, dieser Abschnitt gehört eigentlich in meinen nie geschriebenen Namibia-Blog…

* Toiletten: Menschen mit schwacher Blase können in Japan aufatmen. Es gibt öffentliche Toiletten in rauhen Mengen. Und noch nie habe ich Toiletten gesehen, in denen man bezahlen hätte müssen! Und immer sauber! Lob, Japan!

* Abfalleimer: Wahrscheinlich wurde zu viel Geld für Toiletten ausgegeben: es gibt keine Abfalleimer im öffentlichen Raum… Wenn doch mal, dann garantiert nur für PET-Flaschen (neben den vielen Getränke-Automaten gerne mal). Trotzdem ist es überall sehr sauber. Bin noch sicher wie und wieso das funktioniert.

Kyoto

Weiterfahrt nach Kyoto. Wieder mit Shinkansen und dem Japan Rail Pass.

Da ich schon in Hiroshima in den Nachrichten gesehen hatte, dass ein Taifun genau über meine geplante Reiseroute ziehen würde, hatte ich für die ersten zwei Nächte in Kyoto ein Hotelzimmer gebucht. Es hat dann auch tatsächlich ziemlich geregnet am Samstag und am Sonntag Abend. Die Idee dahinter: Ich wusste ja nicht wie stark so ein Taifun ausfallen kann – Ich dachte, so habe ich etwas mehr Platz, wenn ich 2 Tage drinnen bleiben muss. Naja, so schlimm war es im nach hinein nicht. Es war zwar teuer, aber ich hatte auch mal meine Ruhe 🙂

Am letzten Tag Kyoto: Zum ersten mal Wabenhotel (oder Kapselhotel). Ein heftiger Kontrast zum Hotelzimmer vorher. War ganz witzig, aber muss man auch nicht oft machen. Es ist günstig, dort wo ich war (Kyoto Nine hours) sehr gut organisiert und sauber. Man muss allerdings jeden Tag um 10 Uhr aus checken. Auch wenn man mehrere Nächte bleibt kriegt man also eine neue Kapsel, d.h. man muss immer alles packen. Naja, es war mal eine Erfahrung. Ach so: Check-In. Man bekommt eine Code-Karte für einen Spind in den ordentlich was reinpasst (Mein Backpack-Rucksack und es war noch Platz). Dort liegt auch Handtuch und schicker Einheits-Schlafanzug. Man zieht sich um, geht ins Bad (Duschkabinen, Waschbecken, alles da…), dann in seine Kapsel – Rollo runter ziehen und schlafen. 🙂 Es war sehr leer und ruhig als ich Montag-Dienstag dort war. Ca. ein Drittel belegt im 25er Kapsel Raum. Für Frauen gibt es separate Etagen.

Die interessantesten Stellen die ich besucht habe: Nijo-jo Castle, Tenryuji Temple, Manga Museum, Kiyomizudera Temple, Fujimi Inari Shrine. Vor allem letzteres ist imposant: Da sind hunderte rote Torbögen im Abstand von 5 – 20 cm aufgebaut. Einen ganzen Berg hoch. Vor lauter Staunen vergisst man zu fragen, warum eigentlich… Dort wäre ich gerne länger geblieben, aber ich war diesen Tag mit dem Rad unterwegs (Wetter war wieder gut) und ich musste das Rad rechtzeitig zurück geben :-/
Eigentlich kann man sich in Kyoto auch locker 1 Woche aufhalten. Wenn man wenig Zeit hat, am besten nur wenige Stellen heraussuchen und dafür intensiv ansehen.

Irgendwie habe ich in Kyoto nicht so aufregende Sachen gegessen. Einmal weil einfach und schnell: Mo’s Burger – quasi „Japanischer Mc Donalds“. Das war nicht so gelungen, ich kanns nicht empfehlen. Dann lieber die amerikanischen Originale (die ich in Japan aber nicht probiert habe). Ansonsten hab ich mal Abends Müsli/Cornflakes selber gemacht und Kleinigkeiten tagsüber gegessen. Im Hotel war ja großes Frühstücksbuffet enthalten (auch japanisches Frühstück mit Fisch und co., das war ganz interessant – lieber ess ich aber süss morgens 😉 )

Morgen ergänze ich noch ein paar Fotos.
Edit sagt: Das mit „Morgen“ hat wohl nicht ganz geklappt! Hier sind Bilder:

Hiroshima

Am 12. September also Weiterfahrt nach Hiroshima. Mit dem Shinkansen. (Das ist so etwas wie der ICE in besser umgesetzt, da alle Shinkansen – es gibt mehrere Versionen – auf speziellen Gleisen fahren, die für Hochgeschwindigkeit ausgelegt sind. Funktioniert sehr gut. Pünktlichkeit wird hier wohl in Sekunden gemessen…)
Da ich mir schon in Deutschland den „Japan Rail Pass“ für 2 Wochen gekauft hatte, konnte ich kostenlose Platzreservierungen machen lassen und einfach einsteigen.

… Ok, so einfach war es nicht: Der Mann am Schalter konnte kein Englisch und ich war froh mir drei Sätze japanisch vorher aufgeschrieben zu haben. Damit und mit meinem Handy Fahrplan klappte aber dann alles prima.

Von Hiroshima wusste ich vorher nur das was alle wissen: Hier wurde die erste Atombombe im zweiten Weltkrieg abgeworfen. Da gibt es natürlich Museen und Mahnmale und Gedenktafeln. Ich schreibe dazu hier nichts weiter. Man kommt schon ins nachdenken, wenn sich das ansieht.

Ansonsten ist Hiroshima aber auch wirklich eine Reise wert. Eine Millionenstadt in der die Grundstimmung sehr angenehm ist. Ich habe es als angenehmer empfunden als Tokio, aber ich kratze ja auch nur jeweils an der Oberfläche. Essen war auf jeden Fall toll: Vor allem Okonomiyaki ist eine dort eine Spezialität. Tagesausflug zur Insel Mijajima (das rote Tor im Wasser und heiliger Berg Mt. Misen). Zweiter Berg in Japan war ein Klacks gegen den Fuji. Geschwitzt habe ich trotzdem. Am 15. September bin ich in ein Public Onsen (Ein Bad, gespeist immer von einer heißen Quelle – dient zur Erholung) – genau wie hier beschrieben – gegangen. Das war in Fußreichweite meiner Unterkunft, jedoch konnte dafür dort wieder niemand Englisch. Ging aber wieder mit ein paar vorher raus geschriebenen Sätzen. Normalerweise darf man mit Tattoo nicht in ein Onsen (um die japanische Mafia zu ärgern, die sind glaube ich alle tätowiert); hier war gleich der erste Rücken komplett tätowiert und Besitzer des Rückens sah mich grimmig an. Es war schon Bad für Einheimische, aber ich habe mich gut angestellt und keine großen Fehler gemacht 🙂

Am 16. ging es weiter nach Kyoto.

Es geht los!

Moin! Lange genug haben wir alle auf diesen Blog gewartet. Ich sitze in einem Hostel (Santiago Guesthouse) in Hiroshima und fange mal einfach an: Die Reise hat schon begonnen…

Flug von Hamburg nach Tokio via Bangkok am 4.9.2017. Ankunft in Tokio mit einiger Verspätung. Dort dann vom Flughafen Narita noch eine Busfahrt nach Kawagoe zu Björn und seiner Familie, wo ich sehr nett empfangen wurde und bis zum 12.9.17 nächtigen durfte.

Tja, was habe ich gemacht? Sind ja schon ein paar Tage rum… Ich habe mir Tokyo angesehen (leider viel Regen, aber immer warm – so ca. 27-30 Grad), bin mit U-Bahn und S-Bahn gefahren (Rushhour ist so wie man es sich vorstellt – Man will es ja immer einmal selbst erlebt haben: Ich kann davon abraten! Es wird in Tokyo aber wirklich immer sehr exakt in Reihe angestanden, das läuft dann auch alles super fair ab. Es wird aber auch nachgedrückt, bis nichts mehr geht 🙂 ), habe schon verschiedene Speisen probiert und mich natürlich auch bei Björn und Familie aufgehalten. Bei drei Töchtern und einem Sohn von 10 bis 4 Jahren ist schon einiges los Abends und morgens. Einen Tag habe ich mir auch die Stadt Kawagoe genauer angesehen und habe eine Radtour (~30km) gemacht.

Am 9.9. bis 10.9. sind Björn und ich dann auf den Fuji gestiegen. Wir haben die schwerste Variante gewählt (warum auch nicht?) und haben auf Übernachtung verzichtet. Tja… 9 Stunden Aufstieg später fanden wir die Idee nicht mehr toll – zumal komplett alle Hütten geschlossen waren = Wir konnten uns nirgendwo ausruhen/aufwärmen/erholen. Wir waren um 2:15 Uhr oben (Start 17 Uhr) und haben unter (zum Glück mitgenommen) Rettungsdecken zusammengekauert vor uns hin gefroren. Als langsam mehr Menschen den Gipfel erreichten wurde auch der Toilettenraum geöffnet. Dort konnte man im Vorraum der Kälte ein wenig trotzen. Trotz allem war es jedoch ein Plumpsklo und entsprechend wenig Spaß hat auch dies gemacht.

Lange Rede, kurze Zusammenfassung: Wetter war abends toll, Nachts kurz Schnee, morgens Sch*-kalt. Die Sonne kam nicht durch, zweimal konnte man sie erahnen. Runter hat es dann noch mal 3,5h gedauert, da es eine Art Rutschbahn gibt (Lava-Sand-Piste – wenn wir nicht so kaputt gewesen wären, hätte das sogar Spaß gemacht). Wir sind dann noch zum entspannen und säubern in ein Onsen und danach noch mit kleinem Stau und komischem deutschen HipHop zum wach bleiben nach Hause gefahren.

Nach einem weiteren kurzen touristischen Tag in Tokyo, bin ich am 12.9. mit dem Shinkansen nach Hiroshima gefahren. Das sind ca. 950 km Richtung Südwesten. Später mehr.