Tasmanien I

12.03. – 27.03.:
Tja, Australien ist riesengroß und ich hatte nicht so viel Zeit geplant, wie für Neuseeland. Also musste ich mich entscheiden, was ich sehen wollte. Viele Freunde haben mir die Westküste (Perth und aufwärts bis Broome und Darwin) schwerstens ans Herz gelegt… Ich habe mich aber dagegen entschieden und hatte dadurch mehr Zeit für den Südwesten Australiens. (Die Westküste kann man ja jederzeit nachholen… Wer kommt mit? 🙂 )

Und damit hatte ich mich auch für Tasmanien entschieden! Klingt gut, oder? Mit dem Flieger von Melbourne nach Hobart (größte Stadt) ist man eine gute Stunde unterwegs. Und schon ist man auf der großen/kleinen Insel südlich von Australien. In den Anfangsjahren der europäischen Besiedlung „Tassies“ (früher Van-Diemens-Land) wurde die Insel hauptsächlich als Strafgefangenenlager benutzt, die tasmanischen Aborigines wurden dabei ausgerottet und Mitte des letzten Jahrhunderts wurde auch beinahe die einzigartige Flora und Fauna durch Abholzung, Bergbau und Wasserkraftwerke zerstört. Tatsächlich entstand in Tasmanien die erste Grüne Partei der Welt, die ab den 70er Jahren einiges verhindern und bewahren konnte. 40% der Insel sind aktuell geschützt, und zum großen Teil UNESCO-Weltkulturerbe. Ich schreibe schon wieder viel zu viel… Aber der durchschnittliche Leser dieses Blogs kennt Tasmanien ja wahrscheinlich nicht…

Ich habe mir direkt am Flughafen einen Toyota HiTop (Firma Apollo) gemietet, und konnte nach kurzer Einweisung los düsen. Leider war ich zu der Zeit erkältet und der Flug hat das ganze enorm verschlechtert -> Der Druckausgleich im Ohr hat erst nach 4-5 Stunden einigermaßen geklappt. Ich bin dennoch losgefahren. Richtig gründlich vorbereitet hatte ich mich mal wieder nicht. Spontan kam mir ein Roadtrip Anti-Clockwise sehr weise vor. Im nach hinein eine gute Entscheidung, denn durch meine Erkältung hätte ich die tollen Orte im Westen/Nordwesten von Hobart am Anfang gar nicht so richtig genießen können.

Als erstes kamen einige Inseln und Halbinseln mit beeindruckender Steilfelsküste. Auch baden, surfen und wandern kann man dort fantastisch. Jedoch war das Wetter wechselhaft und ich war kränklich. Ich hab mir das meiste angesehen aber nicht wirklich genossen. In Triabunna habe ich zwei Tage auf de Campingplatz verbracht und mich einigermaßen gesund gepflegt. (Viel Tee und Schleimlöser) Ganz cool daran war, dass es am zweiten Abend Dorfkino gab: 5,- AUD, im Gemeindezentrum, der Film „Wonder“ wurde gezeigt. Eine sehr familiäre Atmosphäre, aber ich war hochwillkommen – ich glaub ich war der einzige „Ausländer“. Eine schöne Erfahrung, die ich ohne Krankheits-Verzögerung wahrscheinlich verpasst hätte. Den Film kann ich ebenfalls empfehlen (Julia Roberts, Owen Wilson und ein kleiner Junge mit Astronautenhelm). Kann man auch prima mit Kindern gucken.

Langsam immer fitter werdend bin ich weiter die Ostküste hochgefahren und habe unter anderem Wineglass-Bay und Bay of Fires besucht. Bei besserer Gesundheit und tollerem Wetter kann man den schönsten Strand der Welt (Wineglass-Bay) und den Freycinet-Nationalpark bestimmt mehr genießen. Ich habe immerhin mein erstes Wallaby (kleine Känguru-Art) und meinen ersten Echidna (Ameisenigel) gesehen.

Nach einem tollen Abend mit grandiosem Sonnenuntergang in der Nähe der Bay of Fires (rötliche Steine und lange, schöne Sandstrände) regnete es knapp 2 Tage durchgehend. Ich bin ein großes Stück Auto gefahren und konnte einen dänischen Anhalter, der nur mit einem Zelt und Rucksack unterwegs war und im Regen stand, bis Launceston mit nehmen. In der Nähe habe ich das „Platypus House“ in „Beauty Point“ (der Ort heißt so) besucht, wo es das Schnabeltier und den Ameisenigel zu bestaunen gab. Sehr zu empfehlen, da man Platypus/Schnabeltier in der freien Wildbahn sehr schwer findet (nachtaktiv, sehr klein und im Wasser zuhause). Es handelt sich bei beiden Tieren um Säugetiere, die Eier legen und auch ansonsten sind sie sehr speziell.

Jetzt war meine Erkältung so gut wie weg und ich war im Narawntapu National Park ganz im Norden von Tasmanien. Sehr viele Kängurus, Papageien und endlich mal wieder eine sehr giftige Schlange beim umherwandern gesehen (Lowland Copperhead Snake). Ich hab dort die Nacht im National Park Campingplatz verbracht: Einfach aber schön und die Tiere kommen bis ans Auto gehoppelt!

Da das jetzt doch sehr umfangreich wird, mache ich an dieser Stelle zwei Beiträge aus dem einen großen. Den zweiten gibts dann nach dem Wochenende!

2 Gedanken zu „Tasmanien I“

  1. Sehr geehrter Herr Braxein,
    wie ich hörte, ist Ihre Weltumrundung bereits in weniger als einem Monat beendet.
    Dieser Blog allerdings hängt immer noch in Tasmanien fest.
    Ich habe viel Geld für diese Lektüre bezahlt und würde mich über ein wenig mehr Aktualität freuen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Ihr F.K.

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