Quito und erste Ausflüge

12.04. – 22.04.:
Für Ecuador hatte ich mich entschlossen, weil ich einerseits nach Südamerika wollte (einfach nur mal dort rumhängen…), mein Spanisch bei der Gelegenheit verbessern/aktualisieren und nochmal ein bisschen Freiwilligenarbeit leisten. Die Kombination Spanischkurs in Quito + Galapagos-Freiwilligenarbeit hatte ich schon in Deutschland gefunden und das habe ich dann auch gebucht.

Ich war ein paar Tage früher in Quito, so dass ich erst mal Tobi getroffen habe, der selber gerade in Südamerika unterwegs war. Jetzt waren wir knapp 1,5 Wochen gleichzeitig in Quito, der Hauptstadt Ecuadors in den Anden. Die höchstgelegene Hauptstadt der Welt mit ~2850m! Bis mein Spanischprogramm losging, haben wir zwei City-Touren zusammen gemacht (einmal mit dem Rad – Sonntags ist eine Hauptstraße 20km lang durch die Stadt Autofrei – und einmal Nachts eine Food-Tour mit Ecuadorianischen Spezialitäten). Außerdem konnte Tobi mir die Teile der Stadt zeigen, die er in den paar Tagen zuvor schon kennengelernt hatte. Ich hatte am ersten Tag mit der Höhe zu kämpfen und war müde, hatte leichte Kopfschmerzen usw… Man ist auch nach kurzen Spaziergängen in den ersten Tage schnell kaputt – Nach etwa einer Woche normalisiert es sich dann komplett.

Montags ging es dann mit der Schule los. Immer von 8 Uhr bis 12 Uhr Unterricht, manchmal auch ein Besuch auf einem Markt o.ä. mit den entsprechenden Vokabeln. Mein Spanisch war am Anfang ziemlich schlecht, verstehen konnte ich aber vieles. Wir waren genau zu zweit im Unterricht: Außer mir noch Yvonne. Ebenfalls aus Hamburg und Sie hatte lustigerweise exakt das gleiche gebucht wie ich auch. Der einzige Unterschied war, dass sie im „Studentshouse“ untergebracht war und ich lebte für knapp vier Wochen in einer Ecuadorianischen Familie: Mutter, Sohn (Student), Tochter mit Mann und vier Hunde (alles Schnauzer – so spricht man das auch in Spanisch aus). Sehr interessante Erfahrung. Am Anfang war die Verständigung nicht leicht, da Marta (Gastmutter) kein Englisch konnte und die anderen nicht viel zu Hause waren. Aber es wurde immer besser und es kamen auch kleinere Unterhaltungen zustande (z.B. war Marta mal in der Schweiz, Italien und Spanien… und sie ist Che Guevara Fan – wie fast alle Südamerikaner glaube ich… und sie ist Künstlerin und macht aus Glas Broschen und ähnliches). Meistens waren die Unterhaltungen auf die Essenszeiten beschränkt. Ich hatte drei Mahlzeiten am Tag, nur an den Wochenenden musste ich mich selbst verpflegen. Ich war sowieso immer am Wochenende unterwegs, von daher kein Problem.

Am ersten Wochenende ging es für Tobias und mich zuerst Samstags zum Cotopaxi (aktiver Vulkan) und dann zum Quilotoa Kratersee, ebenfalls vulkanischen Ursprungs. Das ganze mit einer Übernachtung in einer Lodge in den Bergen, in denen wir die einzigen beiden Gäste waren. Wir waren kurzzeitig auf 4800m Höhe, der Gipfel des Cotopaxi ist auf 5897m. Da bleibt nicht mehr viel Luft und eiskalt war es auch. Runter ging es einen großen Teil mit Mountain-Bikes! Die Fahrt nach Quilotoa ging durchs Hochland und war landschaftlich fantastisch. Auch der das Türkisgrüne Wasser des Kratersees war die Reise wert. Ein schönes Ausflugs-Wochenende.

Einen Nachmittag ging es zu „Mitad del Mundo“ (Die Mitte der Welt). Das ist im Norden von Quito ein Punkt genau auf dem Äquator. Durch die festen Bezugspunkte (die Anden) konnte man hier schon vor GPS mit der Hilfe der Sterne den Verlauf des Äquators bestimmen – was schon vor etwa 1000 Jahren die Inka und 1736 eine französische Forschergruppe nur um wenige Hundert Meter versetzt geschafft hatten. Etwas Klamauk und ein kleines Museum drumherum und fertig ist ein Touristenmagnet…