Die Fahrt nach Süden

Von Kaikoura ging es an der Ostküste nach Süden über Christchurch nach Dunedin. (20.12. – 27.12.)

Nach Christchurch ging es über den nach Süden intakten Highway 1 recht schnell. Ich habe spontan einen Belgier aus dem Hostel mitgenommen, daher war die Fahrt auch ganz abwechslungsreich. Christchurch hat mir nicht so gefallen. Das mag an den vielen Baustellen gelegen haben, die wohl zum großen Teil immer noch wegen des Erdbebens vor 6(!) Jahren bestehen. Ich muss auf dem Hike zur/von der Angelus Hut (Nelson Lakes National Park) meine Kopfhörer verloren haben, deshalb ich Ersatz gesucht. Dabei festgestellt, dass es kein MediaMarkt oder Saturn gibt. Touristen-Kopfhörer wollte ich auch nicht kaufen. Schließlich habe ich „Noel Leeming“ gefunden. „Harvey Norman“ und „Dick Smith“ gibt es wohl z.B. auch noch (nicht sehr einfallsreich bei der Namensfindung, die Neuseeländer…). Ist in etwa vergleichbar mit den europäischen Läden, nur kleiner. Außerdem war ich im Museum, im botanischen Garten, habe mir die Innenstadt angesehen inkl. der immer noch total zerstörten Kirche und habe nach gutem Brot gesucht (und bin fündig geworden! Das „Cafe Berlin“ ist wie ein kleiner deutscher Supermarkt – Ritter Sport, deutsche Wurst und gutes Brot usw… 🙂 ).

Dann habe ich nach Tipp von einem Niederländer in Kaikoura einen Sidetrip zum Mt. Sunday gemacht. Das ist ein kleiner einzelner Hügel in einem riesigem Tal umgeben von immer höher werdenden Bergen. Hier wurden die Szenen der LOTR-Filme gedreht, in denen man die Festung Edoras von Reitern der Rohan sieht. Ich habe tolles Wetter erwischt und war am Abend alleine auf Campground/Lodge. Das war cool! Ca. 35km Schotterpiste musste man fahren um dorthin zu kommen.

Dann ging es weiter Richtung Dunedin um dort Weihnachten zu verbringen. Nach einem Camping-Zwischenstop und dem Besuch der Moeraki Boulders bin ich dann 2 Tage über Weihnachten im Hostel in Dunedin geblieben. Leider war es am 24. sehr laut nachts, das war für die „Hostel-Jugend“ eine Party Nacht (ich bin auch erst um 1 Uhr ins Bett, jedoch zwischen 3-5 Uhr war immer noch mal ordentlich was los…). Naja, eigentlich war es aber ganz nett am Anfang, weil jeder etwas zu essen gemacht hat und man dann gemeinsam von allem probiert hat. Dazu ein paar Bierchen, das ganze in T-Shirt und kurzen Hosen = Stille Nacht, heilige Nacht!

Dunedin hat mir aber ganz gut gefallen. Ich bin noch zwei Tage länger geblieben: Camping im Holidaypark. Außerdem habe ich den Bericht von Tobi überprüft: in der NZ Sports Hall of Fame ist tatsächlich ein Schrein für Wynton Rufer! Ich habe Albatrosse beim brüten beobachtet. (Wenn man bezahlt, wird man vorsichtig nahe ran geführt.) In der Stadt habe ich die vielen Graffitys gesucht und gefunden. Und das wichtigste: Ich war mal wieder Wellenreiten! St. Clair Beach. Sehr schön war das: Vormittags Surfen, dann Fish’n’Chips zum Lunch, dann ins Auto und nach Te Anau…

Kaikoura – Dolphins!

17.-19.12.:
Fahrt von Nelson Lakes über den Lewis Pass nach Kaikura an der Ostküste.
Der Highway 1 an der Ostküste wäre eh noch immer geschlossen gewesen, wegen dem Erdbeben Ende 2016. Kann man sich kaum vorstellen in Deutschland, aber der komplette Verkehr (auch Bahn) war nicht möglich an der Ostküste für über ein Jahr… Ende Dezember wurde zumindest der Highway wieder geöffnet.

Die Autofahrt war ziemlich lang. Da eben ein Jahr viel mehr Verkehr im Inland entlang fuhr, waren die Straßen dementsprechend kaputt und mit Baustellen versehen. Ich konnte ca. 100 km lang nur 50 kmh im Schnitt fahren. Ein paar mal angehalten habe ich aber auch und ein paar Interessante Sachen kann man auf den Fotos sehen.

In Kaikoura war ich drei Nächte in der gemütlichen „Sunrise Lodge Kaikoura“ (BBH-Hostel), die ich sehr empfehlen kann. Vor allem Tim, der das ganze mit seiner Mutter betreibt, und sein dreibeiniger Hund „Spock“ waren sehr lustige und interessante Zeitvertreiber.

Das dollste war aber das Schwimmen mit den Delphinen! So wie mein Weltreise-Vorbild das hier Tobi in Kaikoura schon beschrieben hat: Man kann im offenen Meer ca. 2h mit ~400 Delphinen schwimmen. Die halten auch an und spielen mit einem. Jedoch habe auch davon keine Aufnahmen, da keine Unterwasserausrüstung. Aber es war echt cool.

Außerdem hab ich mir mal Crayfish (Lobster oder deutsch Languste) gegönnt.

Brot und Co.

Brot gibt es in New Zealand nur in Weißbrot-Form und als Toast. Trotzdem sind die Einheimischen stolz auf ihr „Brot“ und mögen es. Man kann es mal essen, aber lecker ist was anderes. Deshalb teile ich hier mal meine „echten“ Brotfunde. Es gibt leckeres Brot in New Zealand!

Passt auch hierhin: Ich habe „Red Velvet Cake“ kennengelernt. In Rotorua im Cafe des Wai-O-Tapu. Lustigerweise konnte mir keiner erklären, was das für ein Kuchen war… Es musste der Chef von hinten kommen, der den Kuchen selber gemacht hatte. Nach seinen Erklärungen (und Google Recherche danach 😉 ) habe ich verstanden, dass die rotbraune Farbe durch eine chemische Reaktion von Kakao und z.B. Buttermilch (einer säurehaltigen Zutat) entsteht. Interessant. Muss man mal selber probieren (oder Mutter machen lassen… 😉 )

Die Seite, die ich als Startpunkt für die Brotsuche genommen habe ist die folgende:

Die Brot-Wüste lebt! Unsere ultimative, (fast) vollständige Liste guter Bäcker in Neuseeland

Schon etwas älter die Liste… Hier meine Prüfungen und Aktualisierungen:

> Auckland – Mount Eden: Olaf’s Bakery, 1 Stokes Road
–> Sehr gut!

> Rotorua: Ciabatta Bakery, 38 White Street
–> Das beste Brot bis jetzt! Auch ein nettes Cafe mit leckeren Sandwiches und Süßkram. Komischerweise im Gewerbegebiet.

> Hastings: Farmers‘ Market (Sonntag 8:30-12:30 Uhr)
> Napier: Harald’s Bread World, 34 C Austin Street
–> Harald’s auf dem Markt angetroffen, leider zu spät gekommen und auch „nur“ Ciabatta bekommen. Man anrufen und tiefgefrorenes „echtes“ Brot bekommen, wenn man lieb fragt. Passte zeitlich bei mir leider nicht.

> New Plymouth: Batemans, 86 Devon St E

> Wellington (Aroville): Arobake, 83 Aro Street
> Wellington (Te Aro): Moore Wilson’s, 93 Tory St. (gemeinsamer Verkaufsstand mehrerer Bäckereien)
–> Das ist auch gleichzeitig ein Spezialtätenladen mit fast nur organisch/Bio Lebensmitteln. Da gibt es eigentlich alles.

> Nelson: Don Rodrigo The Artisan Baker auf dem farmers‘ market am Mittwoch (Mi 10:30-15:30, Morrison Square) und auf dem Nelson Market am Samstag und Sonntag (8-13 Uhr, Montgomery Square).
–> Haben mittlerweile auch ein kleines Geschäft direkt in Nelson. Straße müsste Hardy oder Bridge Street sein.
> Takaka: Golden Bay Organics, 47 Commercial St

> Christchurch/Strowan: Café Berlin Delicatessen & Café, 9c Normans Road (Stadtteil Strowan)
–> Auch leckere Wurst und importierte Produkte aus Deutschland/Europa. Fast ein kleiner (guter) deutscher Supermarkt.
> Christchurch/Sydenham: The Breadman Organic Bakery, 22 Kingsley St
–> Brotfabrik. Nicht schlecht. Aber es gibt eher abgepacktes Brot. Es war nicht super „frisch“.
> Christchurch/Ferrymead: Vic’s Bakehouse, 4B Settler’s Crescent
–> Supernettes Cafe mit tollen Produkten. Für frisches Körnerbrot war ich zu spät, aber das Ciabatta war prima.

Liste wird aktualisiert…

Nelson Lakes Hike

Wie die Zeit vergeht. Schon wieder ne Weile nichts geschrieben und ab morgen bin ich schon wieder 3 Tage wandern (Stuart Island). Ich muss mal ein bisschen aufholen.

Los gehts!

Nelson Lakes National Park, 14.12. – 16.12.

Kurz gesagt: 2,5h Stunden Fahrt von Nelson – 2x übernachten im Campground Camp Kerr Bay, dazwischen in der Angelus Hut am Lake Angelus.
Etwas länger: Der Nelson Lakes National Park beheimatet so in etwa die nördlichsten Berge der „Southern Alps“. Das ist also schon zum Teil Alpines Terrain. Ich hatte mich für eine 2-Tages-Tour entschieden mit einer Übernachtung in einer Hütte. Es ging als erstes vom wunderschönen See steil nach oben bis auf den Mount Robert (1421m). Danach die Robert Ridge entlang (also genau auf dem Bergkamm für ca. 4h, mit ziemlichen Windboen – allerdings den ganzen Tag wärmende Sonne). Die Namen fand ich natürlich toll und das kann man ja auch auf dem Foto sehen… Höchster Punkt: Julius Summit auf knapp 1800 Metern. Dann war endlich die Angelus Hut erreicht, die an einem wunderschönen See liegt. Überhaupt die Aussicht fantastisch auf dem gesamten Weg. Ich war schon ein bisschen kaputt – Bergab über große Felsen mit dem Backpack auf dem Rücken… Puh.
Am nächsten Tag bin ich eine andere Route (Speargrass Route) zum Parkplatz zurück. Das ging am Anfang schnell runter, dabei mehrmals über und durch kleine Bachläufe und dann zog es sich doch sehr lange durch, zugegebenermaßen schönen Beech-Forest. Aber ich doch sehr groggy am Ende und hab mir den Parkplatz und das Auto herbei gesehnt.
Nach der Dusche gab es Burger und Bier zur Belohnung in der „Alpine Lodge“. Einige Interessante Leute kennengelernt (diesmal auch viele Kiwis) und es waren zwar viele Sandflies (Es ist doch alles wahr was erzählt wird! Nach dem Weißen Hai kommt gleich die Sandfly… ;-/ ) unterwegs, aber ich weiß so langsam, wie und wann man sich eincremen muss 🙂

Nelson und Golden Bay

5.12. – 13.12: Nelson und Golden Bay (inkl. Abel Tasman)

Nach dem Problemchen mit dem Auto war es schon etwas später am Tag und ich hatte Lust auf zwei Tage „echtes“ Bett. Das Hostel war ein sehr kleines (10 Betten) gemütliches und zur Abwechslung sehr international und wenig deutsch (= angenehm 🙂 ). Nelson ist ne kleine Stadt, die wohl in den letzten Jahren extrem gewachsen ist. Insgesamt sehr relaxt und ruhig. Man merkt dass die Gegend für Weinbau und Hopfenanbau berühmt ist. Sehr viel local Craft-Beer und viele Weinsorten. Es gibt einen kleinen Hügel und der Gipfel ist das Zentrum New Zealands. Wie genau sie das berechnet haben weiß ich allerdings nicht – ich glaube da könnte man sich auch streiten…
Dann bin ich für 2 Tage auf einen Campingplatz an der Golden Bay gefahren -> Nichts los, wunderschöner Sandstrand, Toller Sternenhimmel. Und noch entspannter die Leute und die Gegend. (Man merkt hier noch sehr, dass das mal eine Hippie-Hochburg war vor nicht allzu langer Zeit 🙂 Viel Yoga, Organic Food und buntere Kleidung. Aber mir hats gefallen und ich hab die Zeit mit Ukulele spielen und lesen „verplempert“.

In Nelson zurück habe ich auch Emily wiedergetroffen, die dort gerade einen Job suchte (und mittlerweile gefunden hat – Restaurant und Winery http://mahana.nz/). Wir hatten schon grob geplant, dass wir uns vielleicht auf dem Abel Tasman Track (another Great Walk) wieder treffen würden. Da die Übernachtungsmöglichkeiten schon sehr ausgebucht waren, hatte ich mich für nur 2 Tage wandern und eine Übernachtung entschieden und Emily hat sich dann angeschlossen, da es zeitlich auch bei ihr so passte. (Auf dem Hinweg hatte sie gerade noch ihr Vorstellungsgespräch) Mit Hin- und Zurückfahren und jeweils Übernachten hat das dann vom 10.12. – 13.12. gedauert und war fantastisch! Wetter hat mit gespielt. Diesmal war das Tagesziel der Strand und eine Lodge (Kaffee & Eis …), bevor es dann zur Hütte zurück ging und am nächsten Tag wieder Richtung Nelson.

Insgesamt könnte ich dort auch mehr Zeit verbringen. Hat mir sehr gut gefallen, die ganze Gegend. Mountain biken und Kajak fahren wären noch Sachen, die ich mir vielleicht auf der Rückreise vorstellen kann… Mal schauen. (Und dann noch 1-2 Biere testen)

Fun Facts New Zealand

Der Dauerbrenner unter den Beiträgen. Alle warten drauf, keiner traut sich zu fragen – Hier ist er endlich:

Fun Facts New Zealand!

* Sandflies
Es gibt keine Sandflies. Nirgendwo. Du brauchst dich nie mit Mitteln einreiben. Und wenn dich doch mal eins dieser Biester beißt (es gibt sie aber nicht, keine Panik), dann tut es sofort weh (also würde es sofort weh tun), das ist (wäre) so, als wenn dich wirklich jemand beißt… dann ist es aber schon zu spät: 1-2 Tage später kommt der eigentliche Spaß erst – es beginnt dick rot anzuschwellen und juckt ganz fürchterlich für ca. weitere 2 Tage… (also würde jucken und würde rot anschwellen, zum Glück ist das nur eine Erfindung…) Mücken gibt es in New Zealand, aber die sind so eingeschüchtert von den ganzen Sandflies-Schauergeschichten, dass sie meist vergessen zu stechen.

* Ein-Hebel-Mischbatterie
Es gibt nur an wenigen Stellen im Land Ein-Hebel-Mischbatterien. Dafür gibt es erstaunlich und ärgerlicherweise dauernd zwei Wasserhähne: Einer kochend heiß und einer eiskalt. Und genau weit genug auseinander, damit man die beiden extreme nicht mischen kann, sondern nur jeweils eins davon auf die Haut bekommt. Ich versteh nicht, was das soll. Es kann doch nicht soo teuer sein, dass vernünftig zu machen? Vielleicht ist das ne Geschäftsidee: wenn erst mal viele davon überzeugt sind, dass das Mist ist, wie es nun mal gerade ist… Dann werde ich reich!

* Autofahren
Viele Neuseeländer (es gibt auch einige Ausnahmen, genau in die andere negative Richtung) fahren bei 100 kmh Höchstgeschwindigkeit 80-90 kmh und bei 50 kmh im Ort dann 40 kmh. Im hügeligen, uneinsehbaren Gelände verstehe ich das und begrüße es auch eigentlich immer. Jedoch bei gerader Strecke ohne Gefahrenquellen und in der Stadt finde ich es doch befremdlich. Es gibt dann auf den Highways alle paar Kilometer Überholstreifen, also eine Spur mehr. Fast immer werden in dem Moment, wo die Straße schön breit und zweispurig wird, auch aller Kriecher schneller, so dass man Mühe hat sie überhaupt zu überholen. Ich bin wirklich kein Raser, aber 100 ist überall Maximal-Geschwindigkeit und dann sollte man das auch nutzen oder jemanden überholen lassen. Naja. Nervt öfter mal. Ich bin ja schon ruhig.

* Münzen
Das mag es auch in anderen Ländern geben: es gibt keine 1-, 2-, und 5-Cent Münzen. Im Laden wird einfach auf- oder abgerundet, bei Kartenzahlung wird Cent-genau abgerechnet. Eigentlich angenehm. Wozu braucht man auch wirklich diese kleinen Münzen? Den Gewinn streichen am Ende wahrscheinlich allerdings die Banken und die großen Supermarktketten ein…

* Linksverkehr
Puh! Ich war schwimmen. (Die Geschichte passierte noch als in Auckland war – ich war schon ein paar mal schwimmen) Also nicht baden, sondern knapp 2000m Training um die Muskeln nicht völlig zu verlieren.
Ich sprech sogar noch kurz mit der einzigen Schwimmerin auf der Bahn – „are wie swimming in a circle?“ – „yes“ … nach einer Bahn wussten wir beide, dass ich irgendwo anders her komme. 😉 Also auch hier: immer links halten! (Beim Auto fahren kein Problem – bis auf die ersten beiden Tage Auckland 😉 )

* Apropos Schwimmen: In den Hallenbädern geht man direkt mit Straßenschuhen rein. Es ging meist direkt am Beckenrand entlang zu den Umkleidekabinen. Es ist dann unüblich, seine Sachen in einen Spind zu schließen, man nimmt einfach alles mitsamt Schuhen wieder in die Halle und stellt seine Sachen auf/unter eine Bank. Es sind meist jede Menge Eltern in der Schwimmhalle (mit Schuhen, Jacke etc) gewesen, die ihren Kindern zugesehen haben… Irgendwie sehr befremdlich das alles. Ich hab noch niemanden dazu angesprochen – ich war wohl zu überrascht – jedes mal.

Whanganui Journey – Great Walk

23.11. – 28.11.: Am Tag nach dem Tongariro Alpine Crossing habe ich mich recht spontan zu der dreitägigen Kanu/Kajak-Fahrt entschlossen. Man ist also wieder auf sich selbst gestellt, muss alles was man so braucht mit nehmen. Mit dem sehr lustigen DOC Mitarbeiter im I-Site Whakapapa Village (noch am Fuss des Mt. Ruapehu) habe ich also die zwei Übernachtungen in den Hütten und den Kanu-Verleih gebucht. Der Mitarbeiter war ein Maori und ich habe gelernt, dass „Kai Time“ = Zeit zu Essen bedeutet… Man darf nicht komplett alleine (Sicherheit) los, deshalb habe ich mich der nächstmöglichen Gruppe am 26.11. angeschlossen.

Die Zeit bis dahin habe ich mir mit einer Fahrt nach New Plymouth über den „Forgotten World Highway“ vertrieben. Eine sehr einsame, lange Straße (State Highway 43) und ungefähr in der Mitte 20km Schotterpiste in einem wunderschönen Flusstal. War eigentlich ein Riesenumweg, war aber auch sehr schön. Die Stadt New Plymouth war nicht der Knaller, ich kam allerdings auch zum Feierabend-Verkehr an. Zum Surfen war das Wetter leider nicht gut genug.

Dann bin ich wieder den halben Weg zurück nach Taumaranui, wo wir die Kajaks ausleihen sollten. Kurzes Bekanntmachen mit Lisa aus den Niederlanden und Craig aus USA und dann wurden wir nach einer Nacht campen zum Startpunkt gefahren. Ein Kanu für zwei Personen und ein Einer-Kajuk. Das war auch ganz gut, so konnten wir wechseln und die Muskeln auch mal anders belasten… Der Whanganui River ist sehr beeindruckend und auch die Natur und Ruhe im Nationalpark. Jedoch war das paddeln drei Tage etwas zu lang. Es gab einige Stromschnellen, die mit dem Kajak Spass machten – das Kanu lief meist etwas voll Wasser, egal wie gut man war. Die 50/50 Stromschnelle am Ende haben Lisa und ich versucht als U-Boot weiter zu paddeln, aber da viele weitere Paddler an der Stromschnelle gewartet haben, kamen wir damit nicht durch. An dem Tag war es kein 50/50, sondern nur ein Boot hat es geschafft (von ca. 10), also waren wir nicht soo schlecht. Im Fluss konnte man übrigens wunderbar schwimmen. Temperatur war prima. Spass hat die Fahrt auch insgesamt gemacht.

Craig hatte sich am letzten Tag am Knie eine 1cm tiefe Platzwunde zugezogen und ist mit einem Jetboat etwas früher zum Treffpunkt zurück gekommen. Da aber der nächste Arzt eh viel zu weit weg war (und ein Helikopter-Einsatz jetzt auch nicht gerade notwendig war) sind wir dann alle zusammen im Bus zurück nach Taumaranui gebracht worden. Ich hab danach nichts mehr von Craig gehört. Ich schätze ihn so ein, dass er keinen Arzt mehr aufgesucht hat, obwohl die Wunde nicht gut aussah… Naja… Gerade als wir ankamen fing es an in Strömen zu regnen, zu blitzen und zu donnern. Nachdem sich deshalb meine Abfahrt Richtung Wellington über 2 Stunden verzögert hatte, habe ich mich entschieden beim Sohn der Familie in dessen gerade im Aufbau befindlichen kleinen Hostel zu bleiben. Das war dann auch ganz kuschelig, wenn auch sehr einfach (Duschen war bei ihm in der Wohnung möglich 🙂 ).

EDIT: Extra aufgehoben und nun im Auto gefunden: Die Adresse, da es das Hostel ja noch nirgendwo offiziell gibt… Jonos Backpacker, Manuaute St. 9, Taumaranui (via Taumaranui Canoe Hire)

Taupo und Tongariro

Die Zeit rast und ich schreibe viel zu viel (und zu langsam)…

Ich bin also von Napier nach Taupo gefahren. Geht übrigens selten mal ein paar Kilometer eben und geradeaus in New Zealand – auch auf den State Highways, die meist alle ~20 km mal nen Doppelstreifen zum überholen haben.

Taupo gefiel mir ganz gut. Zwei Nächte im Hostel, einen Tag Mountain Biking – mal was ganz anderes! Etwa 30 km hab ich immerhin gemacht. Zwar ne Anfänger Strecke, abr immer durchs Gelände. Wetter war auch gut und am Ende noch die Füsse in einen Hot Stream gehalten. Auf dem Weg lagen unter anderem die Huka Falls (siehe Bild). Ich bin jetzt neben BBH auch noch Mitglied im YHA. (Tobi weiß wovon ich schreibe 😉 ) Ob das sinnvoll und klug ist, weiß ich nicht. Zumindest gefällt es mir besser, NICHT über Booking.com zu buchen. YHA in Taupo gefiel mir allerdings wiederum nicht optimal, kann aber auch an den (zu) vielen deutschen „Gerade-Abitur-gemacht-und-was-nun“-Besuchern gelegen haben…

Am dritten Tag Taupo bin ich morgens um 5:30 Uhr aufgestanden, da ich mit dem Auto über eine Stunde zum Shuttle für das Tongariro Alpine Crossing (einer der besten One-Day-Hikes … der Welt – Was solls: Alle übertreiben immer. Kann ich auch). Kurz gesagt: 6-8 Stunden zwischen zwei aktiven Vulkanen auf bis zu 1900 Meter Höhe wandern. Ich hatte mir einen sehr guten Tag herausgesucht. Das Wetter war super am Vormittag – Kaum Wolken am Himmel. Die Vulkane sehr beeindruckend. Einer davon hat zumindest ein bisschen Pate gestanden für den Schicksalsberg (Mt. Doom) in der „Der Herr der Ringe“. Der letzte Ausbruch war erst 2012. Insgesamt war es sehr machbar und ich habe mit vielen (Foto-)Pausen 6,5 Stunden gebraucht. Da die Wanderung sehr beliebt ist, lief man manchmal wie im Gänsemarsch und manche Mitwanderer waren in Shorts und Muskelshirt unterwegs. Wenn sich wirklich mal das Wetter schlagartig ändert, sehen die ganz schön blöd aus. Naja… Drei indisch aussehende Menschen sind mir mehrmals mit Plastiktüten aufgefallen. Ich weiß ja nicht – Ein Spaziergang war das auch nicht gerade. Manche Menschen sind sehr sorglos. Um das auszugleichen, mache ich mir sehr viele Gedanken vor diesen Wanderungen. 😉

Wir sind nun am 23.11. meiner Reise angelangt.

Lake Waikareomoana – Great Walk

Lake Waikareomoana – Great Walk (13.11. – 19.11.)
Das bedeutet: Ich wollte 4 Tage (3 Nächte) wandern. „Great Walks“ sind vom DOC („Department of Conservation“) ausgewählte Wanderwege. Alles zum (über-) leben notwendige auf dem Rücken. Hatte ich vorher noch nie gemacht, deshalb war ich doch nervös. Die DOC Mitarbeiterin, die ich dann endlich am Montag angetroffen habe, hat mich aber ziemlich sicher werden lassen: Sie wäre selbst schon 4 mal den Weg gegangen / Nein, einen „Personal Locator Beacon“ bräuchte ich nicht (Für den absoluten Notfall) / Wetter sollte fein werden (Wenn nicht, dann eben nicht) – Danke, Jane! 🙂
Ich habe also die Hütten gebucht (drei Stück, man kann auch campen: Dann spart man ein paar Dollar, muss aber auch das Zelt noch zusätzlich mitschleppen!), Eltern Bescheid gegeben per Mail und nochmal die Packliste durchgegangen. Dann bin ich hin zu Jane und wollte mich bedanken und verabschieden: Ich musste mich in der Schlange anstellen. Wäre ich weggegangen, hätte ich Emily nicht kennengelernt. Sie wäre beinahe mit dem Bus dorthin, was 2 Tage extra gekostet hätte, da der See so weit abseits liegt. So hat Jane ziemlich schnell vorgeschlagen (und ich dann auch angeboten), dass Emily doch auch mit mir im Auto fahren könnte. Das sollte sich als ziemlich gute Sache herausstellen. Sie ist Schottin und in Frankreich aufgewachsen. Sie ist Wein-Sommelier und will ein Jahr in der Nähe von Nelson arbeiten.

Wir sind also ~3 Stunden in meinem Auto dorthin gefahren, nachdem wir alles Essen und Kram eingekauft hatten. Fast die Hälfte der Strecke Gravel Road (Schotterpiste). Eine Nacht campen, dann gings los. Morgens wurde uns dann gesagt, dass wir Jod-Tabletten mit nehmen sollten, um das Wasser unterwegs gefahrlos trinken zu können. Schweineteuer die Dinger und das Wasser schmeckt dann so eklig, dass ich das schnell wieder gelassen habe. Ein paar Minuten kochen reicht. Meist ist Regenwasser in den Hütten. Die Wanderung selbst war Spitze! Erst ging es von ca. 600m Höhe steil bergauf auf einen Bergkamm ca. 1200 Meter hoch. Fantastische Aussichten, bestes Wetter, uriger Regenwald. Den folgenden Tag wieder runter, jedoch immer wieder mit Steigungen den See entlang. Bis auf verschiedene Vogellaute, wenn man wollte Stundenlang Stille. Emily und ich hatten unabhängig beschlossen zusammen und nicht ganz alleine zu laufen. Später haben drüber gesprochen und hatten beide die Befürchtung dass der jeweils andere zu viel quatscht oder ähnliches – Aber es passte super. Emily war für Vogelsichtungen zuständig, ich habe Baumgesichter gefunden – zusammen sind wir hinter den KoroKoro-Wasserfall geklettert – Das hatten alle anderen nicht gewusst/gemacht. 🙂 In unsere Richtung sind ungefähr 20 Leute gewandert, manche davon hat man dann in den Hütten am Nachmittag wieder getroffen, manche waren Campen. Es war also sehr „familär“.

Ganz um den See geht der Wanderweg nicht. Die Straße langlaufen wollen die wenigsten. Deshalb fährt man dann mit dem Wassertaxi zurück. Spontan wurde beschlossen, dass Emily, Clémence (Französin) und ich zusammen zum nächsten Campingplatz Richtung Napier fahren. Das war nochmal ein schöner Abschluss, zumal wir endlich wieder eine heiße Dusche und zwei Flachen Wein hatten 😉 Während der Wanderung war nur der kalte See möglich…

Clémence verabschiedete sich Richtung Norden, und ich habe Emily mit nach Napier genommen. Wahrscheinlich treffen wir uns auf der Südinsel zu weiteren Wanderungen. Die Stadt Napier fand ich ganz interessant aber jetzt nicht super toll. Es ist mit die wärmste Gegend Neuseelands und es gibt viel Wein und co.
Mich zog es jedoch in die Berge …

Nachtrag Teil 1

Da ich ja etwas hinterher hinke mit meinem Blog, fasse ich jetzt einige verschiedene Sachen zusammen. Macht glaub ich eh Sinn.

Nach dem Autokauf am 23.10. habe ich mich entschlossen, die Tage bis zum Rugby League World Cup Spiel (NZ vs. Tonga, 38:8) in Nord-Auckland zu verbringen. Dazu hab ich über Booking.com ein Privatzimmer gemietet. War recht günstig, die meiste Zeit war ich alleine in einem großen Haus auf einer Klippe. Wurde von Chinesen vermietet. Irgendwie strange, aber war erholsam.

Außer mal etwas faulenzen und ausschlafen habe ich mein Auto und alle Teile darin genau unter die Lupe genommen und sauber gemacht. Ich war schwimmen (also nicht baden) im Hallenbad – man merkt die Wochen in denen man nichts macht… 😉 . Dann das Rugby Spiel – War übrigens cool. Sehr entspannte Stimmung, viele Frauen und Kinder im Stadium. Komische Würstchen gabs, die „German Bratwürste“ genannt wurden. Komischerweise hatte Tonga mehr Fans als NZ – weiß nicht genau warum… Vielleicht halten alle Maori zu den Inselstaaten? Naja, mittlerweile ist NZ im Viertelfinale gegen Fiji rausgeflogen…

Dann kamen zwei Tage Strand in Muriwai Beach: Tölpel-Kolonie fast zum anfassen, erste Nächte im Auto (sehr OK) und natürlich Wellenreiten! Sehr cool war das. Ich hab zur Sicherheit einen Auffrischungskurs gebucht. Der Surflehrer ist mit mir und einem Franzosen dann in die Wellen. Das war ein Intensivkurs in 2 Stunden. Wie gesagt sehr cool und 90% auf dem Brett gestanden (mit Hilfe des Surfgurus 🙂 )

Dann hoch ungefähr dem Twin Coast Highway folgend nach Waitangi/Paihia an die Bay of Islands. Museum angesehen – Hier wurden historische Verträge zwischen England und den Maori unterzeichnet, die heute fragwürdig aber noch rechtskräftig sind.

Cape Reinga (der nördlichste Punkt der Nordinsel) habe ich mit einem Busunternehmen gemacht von Kaitaia aus. Das war besser als selber fahren. Der Busfahrer war spassig und konnte viel erzählen zum Land und Kauri-Bäumen. Außerdem konnte er mit dem 4-Rad Antrieb zurück den 90-Mile Beach fahren. Bei Ebbe ist der Strand wie eine Autobahn und man kann dort – mit Vorsicht – ca. 100 kmh fahren.

Nach noch mehr Kauri-Bäumen auf der Westseite kam ich dann wieder in Auckland (Auto-Probleme – siehe vorherigen Post) an. Kauri = können sehr groß und sehr alt werden. Wurden aber von den Europäern fast ausgerottet. In den letzten Jahren bedroht dann noch ein Pilz die empfindlichen Bäume. Es gibt einen, den Tane Mahuta, der älter als 2000 Jahre sein soll. Hab ich natürlich angesehen. Sehr beeindruckend diese Bäume, vergleichbar mit den Redwoods in California.

Da das mit Auto länger als geplant dauerte, bin einfach noch mal zum surfen nach Muriwai Beach. Wellen und Wetter nicht ganz so gut, aber machte trotzdem Laune.